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Herbert Brand


Karl-Johann Brand ...

... wurde als ältester Sohn von den Eltern Joseph und Wilhelmina geb. Hegmann in der Ferschenmühle in Krausenbach geboren. Er heiratete 1929 Barbara Englert, die Tochter von Adolf und Teresa Englert.


Karl-Johann Brand

Da Barbara Englert aus bescheidenen Verhältnissen kam, was bedeutete, als Magd und Knecht nicht so angemessen wie ein gut situierter Müllerstand dazustehen, wurde damals befunden und beschlossen dass nicht Karl Johann die Ferschenmühle übernehmen könne, sondern der jüngere, lebende Sohn, Otto.

Am 21.04.1930 brachten meine Großeltern in Krausenbach meinen Vater Rudolf zur Welt.

Danach arbeiteten sie noch weitere sieben Jahre als Magd und Knecht in der Ferschenmühle. Dann entschieden sie sich das Anwesen in der damaligen Hauptstrasse 49 in Wintersbach zu kaufen, wo die Familie auch einzog.

Ihren Lebensunterhalt bestritten sie von da an aus der Landwirtschaft. Ferner gründete er ein Fuhrunternehmen, bei dem er in der Hauptsache die Holzstämme transportierte, die er zuvor im Wald mit Pferd und Ochse zurechtgerückt hatte.



Während des Zweiten Weltkriegs fuhr er auch Munition. Beim späteren Bau der Autobahn war er eine zeitlang auch mit Materialtransporten beschäftigt.

Nachdem in Krausenbach der Gasthof Hochspessart Familie Bauer die erste hydraulische Packpresse, die es in der Region gab, nicht mehr weiter betrieben hatte, kaufte 1952 mein Großvater Karl eine neue hydraulische Packpresse mit separater Apfelmühle. Mit ihr konnte man schon pro Pressvorgang ca. 3 hl pressen.

Seitdem werden wieder in Lohnarbeit die Äpfel der Bürger der Gemeinde gepresst. In der damaligen Zeit war es noch so, dass jedes Haus seinen Most für Apfelwein kelterte. Jede Hausgemeinschaft machte wenigstens 10, 20 und mehr Hektoliter Most für Apfelwein. Üblicherweise ging die Saison von Ende September bis manchmal in den Dezember hinein.

Es wurde von Morgens bis spät in die Nacht hinein gekeltert. Dabei kamen oft mehr als 2000 Hektoliter Most heraus.

Nur um einen kleinen Eindruck über die Schwere der Arbeit zu bekommen und mit welchen Mittel gearbeitet wurde, die gemahlenen Äpfel wanderten in einen Bottich. Aus diesem wurden mit den gefüllten 10l-Eimern die Tücher befüllt und auf die Presse gepackt.

Zu Beginn wurde der abgepresste Most noch mit einer Schwengelpumpe per Hand in schwere Holzfässer auf einen Leiterwagen gepumpt. Doch schon bald durch eine elektrische Kreiselpumpe ersetzt. Die Fässer hatten die Größe von 3 und 5 hl und wurden damals noch von Pferden gezogen.

Für den Hektoliter wurden anfangs 2 Mark bezahlt. Lange Jahre hindurch 2,50 Mark.
Rudolf Brand arbeitete festangestellt in der Glanzstoff und nahm sich während der Keltersaison seinen gesamten Jahresurlaub um meinen Großvater unterstützen zu können.


Rudolf Brand

Nachdem mein Großvater Karl Johann gestorben war hat Rudolf Brand dann die Kelterei mit meiner Mutter Eugenie übernommen. Später, als die Kelterei zu reparaturanfällig wurde, kaufte mein Vater eine größere Packpresse.

Mit dieser ging die Arbeit leichter von der Hand und vor allem noch schneller. Mit dieser Presse arbeiten wir noch heute. Dennoch ist eine Packpresse sehr arbeitsintensiv. Doch ist sie für die Qualität klar im Vorteil und viele keltern auch nur deshalb bei uns! Damit kommt in meiner Generation eine Bandpresse nicht in Frage.


Herbert Brand

Im Dezember 2011 übergab mein Vater (Rudolf Brand) mir (Herbert Brand) die Kelterei, der ich den heutigen Namen Lohnkelterei Ferschenmüller gab. Trotz damals Vaters Bedenken bezüglich des Namens, entschloss ich mich dazu. Denn jeder im Ort wusste sofort wer gemeint ist, wenn der Name Ferschenmüller genannt wird. Mir und uns wurde bewusst, dass es nicht ohne Investition abgehen würde, um von den Kunden und unseren Anforderungen auf allen Ebenen gerecht zu werden. So kamen wir zur Überzeugung, dass jetzt Beginn Januar 2014 der richtige Zeitpunkt gewesen war, zu renovieren. Vereint mit der Jugend und mir brachten wir den Umbau der Kelterei gerade noch rechtzeitig vor dem Saisonstart September /Oktober 2014 zum vorläufigen Abschluss.

Es war nicht immer leicht, jedoch wuchsen wir an den Herausforderungen. Wir wissen, aber auch, dass dies nur ein Teilergebnis sein kann und es ein Schritt in die richtige Richtung, in die Zukunft weist. Bei diesen Bemühungen zeigte sich auch, dass die nächste Generation schon in den Startlöchern steht, wie hier schön zusehen ist.


Marko Brand





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